Homeoffice: Arbeits- und Lohnsteuerrecht

Dossier 23 Inhaltsverzeichnis

Die Arbeitswelt verändert sich stetig. Arbeitsort und Arbeitszeit entgrenzen sich immer mehr von den rechtlichen Grundlagen. Arbeitnehmer können in Zeiten der Digitalisierung immer flexibler und freier ihre Arbeit erledigen. Es ist nicht mehr zwingend notwendig, die Arbeit im (vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten) Büro zu erledigen. Grund genug für den Gesetzgeber die Einführung entsprechen-der Regelungen einzuführen. Auch Arbeitgeber sollten bedenken, dass ein Arbeit-nehmer, der im Homeoffice arbeitet grundsätzlich kostengünstiger ist und ggf. sogar zufriedener ob seiner neugewonnenen Flexibilität. Das Dossier liefert einen umfassenden Überblick zum Thema Homeoffice: Von der (arbeitsrechtlichen) Einführung über die vertragliche Ausgestaltung bis hin zu berücksichtigenden lohnsteuerrechtlichen Aspekten.


Recht auf Arbeit im Homeoffice – bald gesetzlich geregelt?

RA Dr. Björn Otto / RAin Dr. Ricarda Müller, Köln
Nach derzeitiger Planung des BMAS soll es Arbeitnehmern künftig erleichtert werden, von der eigenen Wohnung aus arbeiten zu dürfen. Die Autoren erläutern den rechtlichen Hintergrund eines Anspruchs auf Arbeit im Homeoffice und erklären, worauf Unternehmen
zu achten haben, wenn sie Tele(heim)arbeit einführen.
DB1294004


Homeoffice: Einrichtung und Ausgestaltung

RA/FAArbR Dr. Tilman Isenhardt, Köln
Es werden alle wesentlichen arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtlichen
Probleme von Arbeit im Homeoffice erläutert.
DB1201388


Entzug und Anordnung einer Homeoffice-Tätigkeit durch Weisung des Arbeitgebers

RA/FAArbR Dr. Stefan Müller, Leipzig
Soweit eine einvernehmliche Regelung zum Homeoffice scheitert bzw. fehlt, kann im Einzelfall fraglich sein, ob der Arbeitgeber durch Ausübung seines Weisungsrechts eine bereits praktizierte Homeoffice-Tätigkeit einseitig beenden oder aber eine Tätigkeit des Arbeitnehmers im Homeoffice (wirksam) anordnen kann.
DB1307199


Schadensersatz wegen Nichtgewährung von Homeoffice

RA Dr. Artur-Konrad Wypych, Düsseldorf
Arbeitgeber, die mit ihrem Arbeitnehmer eine Vereinbarung treffen, wonach der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung für eine bestimmte Dauer im Homeoffice ausüben kann, machen sich schadensersatzpflichtig, wenn dem Arbeitnehmer das Homeoffice verwehrt wird. Ersatzfähig sind die Kosten für die Fahrten vom Heimarbeitsplatz zum Büro.
DB1299219


Lohnsteuerliche Aspekte des Homeoffice

RiBFH Dr. Stephan Geserich, München
Nach § 9 Abs. 5 i.V.m. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 1 EStG kann ein Arbeitnehmer Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nicht als Werbungskosten abziehen. Dies gilt nach Satz 2 der Vorschrift nicht, wenn für die berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. In diesem Fall wird die Höhe der abziehbaren Aufwendungen auf 1.250 € begrenzt (§4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 3 Hs. 1 EStG). Die Beschränkung der Höhe nach gilt nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung bildet (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 3 Hs. 2 EStG). Der Stpfl. ist in diesen beiden Fällen auf einen häuslichen Arbeitsplatz angewiesen, weshalb das Gesetz typisierend davon ausgeht, dass Aufwendungen hierfür (nahezu) ausschließlich betrieblich/beruflich veranlasst sind, obwohl
auch insoweit eine private Nutzung des Raums nicht überprüft und damit nicht ausgeschlossen werden kann.
DB1311398


Vermietung eines Homeoffices an Arbeitgeber

RiBFH Prof. Dr. Franceska Werth, München
Vermietet der Arbeitnehmer in seinem Wohnhaus gelegene Räumlichkeiten an seinen Arbeitgeber für dessen betriebliche Zwecke, handelt es sich um eine gewerbliche Vermietung, bei der die Einkünfteerzielungsabsicht objektbezogen festzustellen ist.
DB1280608


Vermietung eines Arbeitszimmers oder einer als Homeoffice genutzten Wohnung an den Arbeitgeber

BMF, Schreiben vom 18.04.2019
Die Beurteilung von Leistungen des Arbeitgebers für ein im Haus oder in der Wohnung des Arbeitnehmers gelegenes Arbeitszimmer oder für eine Wohnung des Arbeitnehmers, die dieser zweckfremd als Homeoffice nutzt, als Arbeitslohn oder als Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung ist daran auszurichten, in wessen vorrangigem Interesse die Nutzung erfolgt.
DB1304707

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