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Existenzgefährdung durch nachgeforderte Sozialversicherungsbeiträge

Sozialversicherung, Sozialrecht, SGB
Das Bayerische LSG verhinderte die Existenzgefährdung eines Fitnessstudios durch nachgeforderte Sozialversicherungsbeiträge während der Corona-Krise. | ©Butch/fotolia.com

Mit einem Beschluss im einstweiligen Rechtsschutz hat das Bayerische Landessozialgericht ein Fitnessstudio vor der Insolvenz bewahrt. Mit der Aussetzung der Vollziehung einer Nachforderung von Sozialversicherungsbeiträgen hat das Gericht zugleich die Verpflichtung ausgesprochen, die bereits eingezogenen Beiträge an das Fitnessstudio zurückzuzahlen.

Nach einer Betriebsprüfung forderte der Rentenversicherungsträger von dem Fitnessstudio sofort vollziehbar 7.689,22 Euro Sozialversicherungsbeiträge nach. Dies bedeutete eine massive Existenzgefährung für das betroffene Fitnessstudio.

Da die aktuellen Liquiditätsprobleme des Fitnessstudios glaubhaft allein auf die staatlich angeordneten und absehbar befristeten Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus zurückgingen und die Zahlungsschwierigkeiten glaubhaft nicht mehr bestehen würden, sobald der Studiobetrieb wieder aufgenommen werden könne, erscheine die aktuelle Durchsetzung der Nachforderung unbillig. Dies entschied das Bayerisch Landessozialgericht mit Beschluss vom 06.05.2020 (L 7 BA 58/20 B ER).

Sozialversicherungsbeiträge gefährden Existenz

Das berechtigte Interesse der Sozialversicherung, auch und insbesondere in Krisenzeiten mit den erforderlichen Beitragsmitteln ausgestattet zu sein, stehe dem nicht entgegen. Denn insoweit würde übersehen, dass das Fortbestehen des Betriebs der Antragstellerin mit mehreren Arbeitnehmern und monatlichen Beiträgen zur Sozialversicherung nicht zuletzt auch im Interesse der Solidargemeinschaft stehe.

(Bayer. Landessozialgericht, PM vom 11.05.2020 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)

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