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Geringer Anstieg der Tarifverdienste im 3. Quartal


Überdurchschnittliche Tariferhöhungen gab es unter anderem in der Verkehrs- und Lagereibranche. | © industrieblick/fotolia.com

Die tariflichen Monatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen in Deutschland waren im dritten Quartal 2015 um durchschnittlich 1,8 Prozent höher als im Vorjahresquartal, teilte jetzt das Statistische Bundesamt mit.

In die Berechnungen der tariflichen Monatsverdienste wurden tarifliche Grundvergütungen und tariflich festgelegte Sonderzahlungen wie Einmalzahlungen, Jahressonderzahlungen oder tarifliche Nachzahlungen einbezogen. Die tariflichen Monatsverdienste ohne Sonderzahlungen waren danach im dritten Quartal 2015 im Durchschnitt um 2,7 Prozent höher als im Vorjahresquartal. Die Verbraucherpreise stiegen im gleichen Zeitraum um 0,1 Prozent.

Auswirkungen des öffentlichen Dienstes

Der vergleichsweise geringe Anstieg der tariflichen Monatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen ist vor allem auf einen Sondereffekt im Vorjahr zurückzuführen: Im Bereich des öffentlichen Dienstes gab es im dritten Quartal 2014 hohe Nachzahlungen. Zwar war der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Gemeinden (TVöD) bereits im März 2014 in Kraft getreten, die tariflichen Erhöhungen wurden aber erst rückwirkend im dritten Quartal 2014 ausgezahlt. Da diese Nachzahlungen im dritten Quartal 2015 nicht erfolgten, waren die Tariferhöhungen einschließlich Sonderzahlungen in den Bereichen, in denen überwiegend nach dem TVöD bezahlt wird, im Vergleich zum Vorjahresquartal geringer als in den Vorquartalen.

Tarifentwicklung nach Branchen

In einigen Bereichen war die Entwicklung der tariflichen Monatsverdienste sogar rückläufig (Wasserversorgung und Entsorgung: -1,9 Prozent, Energieversorgung sowie Kunst, Unterhaltung und Erholung: jeweils -0,2 Prozent). Überdurchschnittliche Tariferhöhungen im Vergleich zum Vorjahresquartal gab es im dritten Quartal 2015 unter anderem in den Bereichen Verkehr und Lagerei (+3,6 Prozent), Gastgewerbe (+3,3 Prozent) sowie im Verarbeitenden Gewerbe (+3,1 Prozent).

(Statistisches Bundesamt, PM vom 30.11.2015/ Viola C. Didier)


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