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Kurzarbeit steigt wieder an


Die steigenden Coronainfektionen erhöhen insbesondere die Kurzarbeit im Gastgewerbe und im Einzelhandel, zeigt eine Auswertung des ifo Instituts. | ©magann/fotolia.com

Die Zahl der Menschen in Kurzarbeit in Deutschland ist kräftig gestiegen. Im Dezember nahm sie zu auf 879.000 Menschen, von 712.000 im Vormonat. Das sind nun 2,6 % der Beschäftigten, nach 2,1 % im November.

Die Zahlen zur Kurzarbeit schätzt das ifo Institut aufgrund seiner Umfragen und der Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. „Die wachsenden Coronazahlen vergrößerten insbesondere die Kurzarbeit im Gastgewerbe und im Einzelhandel“, sagt ifo-Forscher Sebastian Link.

Kurzarbeit vor allem im Gastgewerbe

Das Gastgewerbe verzeichnete ein Plus von 75.000 auf 126.000 und im Einzelhandel stieg die Zahl von 23.000 auf 53.000.Besonders hoch lag die Zahl in der Autobranche mit 17,6 % oder 166.000 Beschäftigten. In der Industrie insgesamt wuchs die Zahl von 381.000 auf 390.000 Beschäftigte (5,6 %). „Das ist eine Folge der zunehmenden Lieferengpässe“, so Link.

Vergleich mit der Finanzkrise

Vor Corona lag die Zahl der Kurzarbeitenden im Februar 2020 bei 134.000, im März sprang sie auf 2,6 Millionen und im April 2020 erreichte sie den Rekordwert von 6 Millionen. Das hatte es zuvor noch nie gegeben, nicht einmal in der Finanzkrise 2008. Die Coronakrise ist ein wirtschaftlicher Schock, dessen Ausmaß alles in den Schatten stellt, was die Weltwirtschaft seit dem Zweiten Weltkrieg an Krisen erlebt hat. Ein Vergleich zur Finanzkrise zeigt, dass die Coronakrise mehr Länder, so auch China, umfasst und der bisherige Verlauf andersartig ist.

Deutschland als offene Volkswirtschaft besonders betroffen

Die Vereinigten Staaten, China, Japan, Deutschland, das Vereinigte Königreich, Frankreich und Italien repräsentieren zusammen 60 % der weltweiten Wirtschaftstätigkeit (Bruttoinlandsprodukt), 65% der weltweiten Industrieproduktion und 41 % der weltweiten Güterexporte. Deutschland ist von den gegenwärtigen Entwicklungen in besonderem Maße betroffen. Denn als offene Volkswirtschaft, die intensiv in die globalen Wertschöpfungsketten eingebunden ist, ist es stärker als andere Länder von den wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus gefährdet.

(ifo Institut vom 12.01.2022 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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