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Tarifsystem in Deutschland nicht in Gefahr


Die Bundesregierung versucht, unter anderem mit sogenannten tarifdispositiven Regelungen die Attraktivität von Tarifverträgen für Arbeitgeber zu stärken, beispielsweise im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, im Teilzeit- und Befristungsgesetz sowie im Betriebsrentenstärkungsgesetz. | ©jonasginter/fotolia.com

Nach Auffassung der Bundesregierung ist eine Erosion des Systems der Branchen- beziehungsweise Flächentarifverträge derzeit nicht zu beobachten. Das schreibt sie in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke.

Seit Mitte der 1990er-Jahre erodiert das deutsche Tarifvertragssystem nach Meinung der Linken. Es sei festzustellen, dass die tarifpolitisch gut regulierten Kerne immer kleiner und die tarifvertragsschwachen und -freien Zonen immer größer werden.

Zahl der Tarifverträge insgesamt steigt

Zwar sei die Zahl der Flächentarifverträge rückläufig, bestätigt die Bundesregierung. Allerdings weise die Zahl der Tarifverträge insgesamt in den letzten Jahren eine steigende Tendenz auf. So habe sich im Jahr 2016 die Zahl der Verbands- und Firmentarifverträge auf rund 73.000 belaufen. Zudem orientierten sich Arbeitsverhältnisse auch bei fehlender Tarifbindung häufig hinsichtlich der Arbeitsbedingungen an tarifvertraglichen Regelungen, heißt es in der Antwort weiter.

(Dt. Bundestag, hib vom 29.08.2017  / Viola C. Didier)


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